Polizei fahndet nach 16-jähriger mutmaßlicher Täterin
Amokalarm nach Messerattacke an Augustiner Schule
Von Martin Teigeler
Sankt Augustin/Köln (ddp-nrw). Nach der Messerattacke an einem Gymnasium in Sankt Augustin bei Bonn fahndet die Polizei weiter nach einer 16-jährigen Schülerin. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurde die mutmaßliche Täterin bei der Durchsuchung des Schulgebäudes nicht angetroffen. Es wurde ein Rucksack mit einer Gaspistole und Benzin gefunden. Bei dem Angriff wurde eine Schülerin leicht verletzt. Alle anderen Schüler konnten von einer Sondereinheit unverletzt evakuiert werden.
Die 16-Jährige soll laut «Express» derzeit mit einem Pkw auf der Flucht sein. Demnach gibt es auch einen Brief mit einer Amokdrohung. Ein Polizeisprecher wollte dies auf ddp-Anfrage nicht bestätigen.
Eine zunächst unbekannte maskierte Person hatte am Montag gegen 9.00 Uhr das Albert-Einstein-Gymnasium betreten und eine Schülerin mit Messerstichen leicht verletzt. Die Behörden lösten Amokalarm aus. Mehrere Stunden war unklar, ob sich die mutmaßliche Täterin noch im Schulgebäude aufhielt.
Die Schule im Rhein-Sieg-Kreis wurde mittlerweile sicher geräumt. Die Schüler wurden in einer Turnhalle untergebracht. Eltern können ihre Kinder von dort abholen. Rund 800 Schüler besuchen das Gymnasium. Weitere Verletzte gibt es laut Kölner Polizei nicht.
Die Polizei ist mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz. Ein Hubschrauber kreist über der Schule. Für besorgte Eltern hat die Polizei eine Hotline unter der Telefonnummer 0221 - 229 77 77 eingerichtet. Die leicht an der Hand verletzte Schülerin wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Zum möglichen Motiv und zum genauen Ablauf der Attacke wollte die Polizei keine Angaben machen. Zur «Amoklage in Sankt Augustin» wollte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) am Nachmittag (14.45 Uhr) ein Pressestatement abgeben. Seit dem Amoklauf von Emsdetten hatte es mehr rund 700 Amok-Drohungen allein in Nordrhein-Westfalen gegeben. Im November 2006 hatte an der Geschwister-Scholl-Realschule im münsterländischen Emsdetten ein 18-jähriger ehemaliger Schüler um sich geschossen. Er zündete Rauchbomben, verletzte eine Lehrerin, zehn Schüler sowie mehrere Polizisten, bevor er sich selbst tötete.
(11.5.2009)
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