Briten soll DNA-Probe entnommen werden
Aachener Ermittler in den Fall Madeleine eingeschaltet
Berlin/Aachen (ddp). Zwei Jahre nach dem Verschwinden der vierjährigen Madeleine in der Algarve-Region in Portugal prüfen deutsche Behörden, ob gegen einen britischen Tatverdächtigen Ermittlungen eingeleitet werden sollen.
Die Staatsanwaltschaft werde in den nächsten Tagen entscheiden, ob dem wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs Vorbestraften, der derzeit mit einer schweren Erkrankung im Universitätsklinikum Aachen liegt, eine DNA-Probe entnommen werde, sagte der Aachener Polizeisprecher Robert Hintereker der «Bild am Sonntag». Der 64-jährige Raymond H. wird verdächtigt, am Verschwinden von Madeleine McCann beteiligt gewesen zu sein.
Der Aachener Oberstaatsanwalt Robert Deller bezeichnete eine mögliche Verbindung zum Fall Madeleine hingegen als «reine Spekulation». Fakt sei, dass seit Freitag ein Rechtshilfeersuchen der britischen Behörden vorliege, sagte Deller auf ddp-Anfrage. Der Tatverdächtige solle zu einem Vergewaltigungsfall aus dem Jahr 1975 befragt werden. Zudem solle eine DNA-Probe entnommen werden. Das Rechtshilfeersuchen betreffe also nicht direkt den Fall Madeleine.
Der Mann hatte der Zeitung zufolge in der Nähe des portugiesischen Ortes gelebt, in dem das Mädchen vor zwei Jahren aus einer Ferienanlage verschwunden war. Laut Medienberichten hatte ein Paar, das in Portugal Urlaub gemacht und den Mann getroffen hatte, Privatermittlern der Familie McCann Hinweise auf den vorbestraften Sexualverbrecher gegeben. Er soll dem Phantombild eines Verdächtigen erschreckend ähnlich sehen. Der Mann war laut der Zeitung schon damals ins Visier der portugiesischen Ermittler geraten, hatte aber ein Alibi. (24.5.2009)
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