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Nur noch zwei Entwürfe im Rennen

Festspielhaus: Wellen oder Diamant?

Für das Bonner Festspielhaus sind nur noch zwei Entwürfe im Rennen: Ein Experten-Gremium hat sich am Dienstagabend im Posttower auf zwei Entwürfe geeinigt und entschieden, dass das neue Festspielhaus wahlweise Diamant- oder Wellenform haben wird. Alle anderen Entwürfe sind damit hinfällig.

Nur die Architektür-Büros von Hermann & Valentiny (Luxemburg) und Zaha Hadid (London) werden nun noch in der Ausscheidung für das neue Gebäude am Platz der alten Beethovenhalle berücksichtigt. Hermann & Valentiny haben das zart fließende wellenförmige Gebäude entworfen, das sich am Platz der aktuellen Bonner Beethovenhalle gut machen würde. Zaha Hadid hingegen setzt auf eine luftige Diamantform, die einerseits optisch die Brücke zum Opernhaus schlägt, andererseits architektonisch jedoch einzigartig genug ist, um sich von den anderen repräsentativen Gebäuden der Stadt abzuheben.

Der Diamant von Zaha Hadid fällt durch seine außergewöhnliche Form auf: Die Außenhaut ist mit zahlreichen unregelmässigen Lichtdurchlässen durchbrochen, helle Platten aus Natursteinmehl lassen das Gebäude in der Sonne glänzen. Besonders bemerkenswert ist allerdings der Innenraum: Obwohl im klassisch-rechteckigen "Shoebox"-Format konzipiert, erhält der große Saal des Gebäudes durch glatte Flächen und großzügige Rundungen ein überaus futuristisches Aussehen. Auch außen wird dieser Eindruck durch die großzügigen Freitreppen verstärkt, die das Gebäude mit der Rheinpromenade verbinden. 1.686 Sitzplätze würden im "Diamant" zur Verfügung stehen, weitere 500 Plätze sind für den kleinen Saal geplant.

Ein ganz anderes Konzept verfolgt das Architekturbüro Hermann & Valentiny: Sanfte Wellenformen, durchbrochen von großzügigen Fensterflächen an Dach und Flanken, erwecken den Eindruck einer organisch gewachsenen Struktur. Das Gebäude soll sich optisch an den Rhein anlehnen, den Eindruck fließender Materie erwecken. Innen fänden sich rund 1.500 Sitzplätze, im kleinen Saal wären es wie beim Diamanten 500.

Die Kostenfrage war auch bei der Entscheidung für das Festspielhaus kein unerheblicher Faktor: "Beide Entwürfe können unter 100 Millionen Euro realisiert werden", sagte Hans-Dieter Petram, der Vorsitzende des Auswahl-Gremiums gegenüber dem Bonner "General Anzeiger". Bislang haben die Unternehmen Post, Telekom und Postbank rund 75 Millionen Euro für den Bau zur Verfügung gestellt.

Weblink:

Website der Stadt Bonn zum neuen Festspielhaus

(10.6.2009)

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