Lokale Meldungen aus Köln

Keine Bremsprobe?

Lokführer schuld an Geisterfahrt durch Köln

Der Kölner Güterzug, der vor einer Woche führerlos rund sechs Kilometer über die Gleise rollte, war in einwandfreiem technischen Zustand. Zu diesem Ergebnis kam die Landeseisenbahnverwaltung am Montag. Offenbar waren die Hähne der Bremsleitung zwischen erstem und zweitem Waggon vor Fahrtantritt nicht geöffnet worden - somit wurde das Gespann durch die 29 nicht gebremsten, mit Braunkohlestaub beladenen Waggons weiter vorwärtsgeschoben. Den Lokführern hätte dieser Zustand bei einer Bremsprobe vor Fahrtantritt auffallen müssen.

Nach erfolglosem Betätigen der Bremse hatten sich die beiden Lokführer (44, 20) durch einen spektakulären Sprung vom fahrenden Zug gerettet. Die Lokomotive und die 31 Waggons rasten anschließend noch sechs Kilometer führerlos über die Gleise und erreichten dabei stellenweise Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern. Erst eine Brandschutzmauer auf einem Abstellgleis in Marsdorf beendete die Irrfahrt des tonnenschweren Kolosses.

Die Lokführer dürfen ihren Job behalten: Ihnen droht nur eine Verwarnung durch den Arbeitgeber RWE Power. Die Polizei ermittelt jedoch wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. (Foto: ddp)

 

(18.11.2008)

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