Lokale Meldungen aus Köln
Stadt verhängt Bußgeld
Zu viele Brunnen: Baufirmen sollen 60.000 Euro zahlen
Die Baufirmen der Arbeitsgemeinschaft für den Bau der Nord-Süd-Bahn (Arge) erhalten am Donnerstag einen Bußgeldbescheid der Stadt Köln. Die Firmen sollen 60.000 Euro zahlen, weil sie am Heumarkt zuviele Brunnen gebohrt und damit die Auflagen des Umweltdezernates verletzt hätten.
Bildergalerie: Ortstermin in der U-Bahn-Baustelle Heumarkt
Die Stadt Köln fordert 60.000 Euro Bußgeld von den Baufirmen der Nord-Süd-Stadtbahn. Diese hatten dort statt
der ursprünglich genehmigten zwölf Brunnen insgesamt 18 Anlagen zum
Abpumpen des Grundwassers in Betrieb genommen. Die Arbeitsgemeinschaft hatte nie bestritten, dass am Heumarkt zusätzliche
Brunnen gebaut worden waren. Dafür hätten sie nachträglich eine
Genehmigung bekommen. Allerdings seien die zum Abpumpen genehmigten Wassermengen garnicht überschritten worden, sagen die Baufirmen.
Stadt: "Verstoß gegen wasserrechtliche Erlaubnis" auch am Waidmarkt
Wegen der illegalen Brunnen am Waidmarkt hingegen will die Stadt keine Bußgeldforderung aufstellen, um die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht zu gefährden. Das Umweltdezernat sieht die Baufirmen jedoch auch hier als Schuldige: "Der vom damaligen staatlichen Umweltamt gewünschten Auflage, dass zu statistischen Zwecken über die tägliche Fördermenge Buch zu führen ist und die Ergebnisse sowie die Jahresfördermenge der Bezirksregierung Köln vierteljährlich im Februar, Mai, August und November unaufgefordert zu übersenden sind, ist seitens der Arge Süd nie nachgekommen worden", so die Stadt.
Auch von der Bauaufsicht der KVB seien keine Meldungen über erhöhte Wassermengen oder zusätzliche Brunnen eingegangen. Im Erlaubnisbescheid sei außerdem eindeutig festgelegt, dass die wasserrechtliche Erlaubnis ihre Gültigkeit verliere, wenn beim Betrieb der Anlagen von den Vereinbarungen abgewichen werde, so die Stadt. Allerdings streiten sich Stadt und Bezirksregierung darum, wer die Vorgaben hätte überprüfen müssen.
Das illegale Abpumpen von Grundwasser gilt in Zusammenhang mit einem Loch in der unterirdischen Baustellenwand als mögliche Ursache für den Einsturz des Historischen Stadtarchivs, bei dem am 3. März 2009 zwei junge Männer ums Leben gekommen waren.
(11.3.2010)

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