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Paris und Washington wollen auf Sanktionen hinarbeiten
Iran will ungeachtet massiver Kritik selbst Uran anreichern
Teheran (AFP) - Der Iran hat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) formell mitgeteilt, ab Dienstag selbst sein Uran auf 20 Prozent anzureichern. Das sagte Teherans Vertreter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh. Angesichts der jüngsten Eskalation kündigten die USA und Frankreich an, sie wollten im UN-Sicherheitsrat zusammen auf verschärfte Sanktionen gegen den Iran hinarbeiten.
Der IAEA sei ein entsprechender "offizieller Brief" übergeben worden, sagte Soltanieh im Staatsfernsehen. Der Nachrichtenagentur Irna sagte er, Teheran habe darin die IAEA-Inspektoren in das Werk in Natans eingeladen, wo das Uran angereichert werden soll. So könnten "alle nuklearen Anlagen" des Iran unter die Kontrolle der Behörde gestellt werden. IAEA-Chef Yukiya Amano teilte mit, er sehe die Entscheidung Teherans "mit Besorgnis".
Der Iran benötigt das angereicherte Uran angeblich für seinen Forschungsreaktor in Teheran. Der Westen verdächtigt den Iran jedoch, unter dem Vorwand eines zivilen Atomprogramms Nuklearwaffen zu entwickeln. Die IAEA schlug dem Iran daher den Kompromiss vor, sein niedrig angereichertes Uran zur weiteren Anreicherung in einer einzigen Lieferung ins Ausland zu schicken. Teheran fordert aber, den Austausch parallel und in Etappen zu vollziehen.
Soltanieh sagte Irna, es seien mittlerweile "mehr als acht Monate" vergangen, seit der Iran bei der IAEA einen Bedarf an Brennstoff angemeldet habe. "Wir konnten einfach nicht länger warten, um für unsere Kranken zu sorgen", sagte er Irna. Der Reaktor in Teheran soll radioaktive Stoffe für medizinische Zwecke produzieren. Am Sonntag hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad angeordnet, das für den Reaktor benötigte Uran selbst anzureichern.
Gleichzeitig zeigte sich Teheran bereit, die Anreicherung zu stoppen, wenn der Westen auf die iranischen Bedingungen eingehe. Sollte Teheran parallel kleinere Mengen Uran austauschen dürfen, werde der Iran seine Anreicherung auf 20 Prozent stoppen, sagte der Chef der Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, laut der Nachrichtenagentur Mehr.
Die Bundesregierung verurteilte die neuerliche Provokation Teherans. Die "Ankündigungen der iranischen Führung" zeugten davon, dass der Iran "nicht kooperationsbereit ist", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin.
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy und US-Verteidigungsminister Robert Gates teilten nach einem Treffen in Paris mit, die Zeit für "harte Sanktionen" gegen den Iran sei gekommen. Beide Politiker Frankreich hat im Februar den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat und ist eines von fünf ständigen Mitgliedern in dem Gremium. Die britische Regierung prangerte "widersprüchliche Rhetorik" der iranischen Führung an.
(7.2.2010)

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